Neubau

Sie wollen ein Haus für sich und Ihre Familie bauen und fragen sich welche Vorschriften Sie bezüglich der energetischen Qualität beachten müssen?

Grundsätzlich beziehen sich die Vorgaben im Bereich Neubau auf die Wärmebereitstellung und die Wärme-dämmung des geplanten Hauses.

Das Erneuerbare-Energie-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) schreibt einen Pflichtanteil erneuerbarer Energien bei der Wärmebereitstellung vor. Je nach gewählter Erfüllungsoption variiert dieser Anteil zwischen 15 Prozent (Nutzung von Solarthermie) und 50 Prozent (Nutzung fester Biomasse bspw. Holz).

Wenn Sie keine erneuerbaren Energien nutzen können oder möchten, müssen Sie dies durch eine höhere Dämmstärke der äußeren Gebäudehülle ausgleichen. Derzeit muss die geltende Energiesparverordnung (EnEV) um 15 Prozent „unterboten“ werden. Dies gilt sowohl für den in der EnEV festgelegten Jahres-Primärenergieverbrauch, als auch für die darin festgelegten Anforderungen an die Dämmung der Gebäudehülle.

Diese Vorgaben der EnEV sind ebenfalls bei einem Neubau einzuhalten. Für den Bauherren wird dabei weitestgehend freigestellt, wie er die Werte für Jahres-Primärenergieverbrauch und Wärmedämmung erreicht. Bei der Ermittlung des Energiebedarfs für den Neubau dürfen die Anlagentechnik und die Gebäudehülle zusammen berücksichtigt werden. Zusätzlich müssen die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz erfüllt und ein bedarfsbasierter Energieausweis erstellt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum EEWärmeG und der EnEV

Neben diesen Anforderungen von gesetzlicher Seite haben sich verschiedene Standards und Bezeichnungen für die energetische Qualität etabliert.

KfW-Effizienzhaus-Standard

Dieser etablierte Standard orientiert sich an der Energieeinsparverordnung (EnEV). Er gibt mittels Zahlen an wie hoch der Jahres-Primärenergieverbrauch des entsprechenden Hauses ist und zwar als Anteil des vorgeschriebenen Wertes der EnEV.
Als Beispiel hat das KfW-Effizienzhaus 70 einen Jahres-Primärenergieverbrauch, der 70 Prozent des vorgeschriebenen Wertes entspricht und damit 30 Prozent unter der Anforderung der EnEV liegt.

KfW-Effizienzhaus

Beispiel eines KfW-Effizienzhauslabels, Quelle: http://www.energetisch-optimieren.de/?newsid=6

Passivhausstandard

Die Bezeichnung dieses Standards ergibt sich aus der Art der Beheizung. Der überwiegende Teil der Heizwärme stammt aus sogenannten passiven Quellen. Dies sind bspw. Sonneneinstrahlung und abgegebene Wärme von Personen und Technik innerhalb des Gebäudes. So ist ein kontrolliertes Lüftungskonzept mit Wärmerückgewinnung ein charakteristisches Merkmal für diesen Standard.
Die Klassifizierung dieses Standards erfolgt über technische Kennwerte für den Energieverbrauch, die Luftdichtheit und die Wirkungsgrade der genutzten Anlagentechnik. So darf ein Passivhaus bspw. einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten.
Der Vorteil eines Passivhauses ist neben der Energieeinsparung ein gesteigerter Wohnkomfort durch eine positivere Raumwahrnehmung. Dies wird durch das passive Heizsystem erreicht, das im Gebäude sehr gleichmäßige Oberflächentemperaturen schafft.

Null- und Plusenergiehäuser

Die Häuser der Zukunft. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich hierbei um Gebäude, die keine externe Energiezufuhr benötigen (Null-Energiehaus) oder sogar mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen (Plus-Energiehaus). Erreicht wird dies durch eine ganzheitliche Planung und die Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort. So wird der Grundriss des Hauses entsprechend des Sonnenverlaufs ausgerichtet. Zusätzlich werden Solarthermie- und Photovoltaikkollektoren genutzt, um den Energiebedarf zu decken. Wird es im Winter so kalt, dass die Sonne nicht mehr ausreicht um den Wärmebedarf zu decken wird eine eingebaute Wärmerückgewinnungsanlage automatisch in Betrieb genommen. Das Regenwasser wird gesammelt und aufbereitet, sodass auch ein externer Wasseranschluss nicht notwendig ist.

Beispiele für Null- und Plusenergiehäuser finden Sie hier.

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