Energie aus Bürgerhand Hägelberg eG (EABH)

Ein Kurzportrait

Die Gründung der Genossenschaft „Energie aus Bürgerhand Hägelberg eG“ fand am 09. November 2009 statt. Zuvor untersuchte eine Interessengemeinschaft Hägelberger Bürger die Dorfeignung und erarbeitete alle Grundlagen mit den Ziel, die Wärme- und Stromversorgung auf erneuerbare Energieträger umzustellen und „Bioenergiedorf“ zu werden.

Die Ziele der EABH waren:

• Akzeptanz der Bürgerheizung
• Nachhaltige Wärmeversorgung
• Substitution fossiler Energieträger durch „Biomasse“
• Zentralisierung der Wärmeerzeugung und Verteilung über ein Nahwärmenetz
• Einspeisung von umweltfreundlich erzeugtem Strom ins öffentliche Stromnetz
• Fusion von Ökonomie und Ökologie
• Vorbildfunktion für andere Projekte

Nach der Planungsphase begannen die Bauarbeiten. Der Start zum ersten Bauab-schnitt fand im April 2011 statt. Nach der Errichtung der Heizanlage 2010 konnten bereits im November 2011 die ersten Bürger an das Nahwärmenetz angeschlossen werden und erstmals zur Beheizung regenerativ erzeugte Wärme einsetzen.

Zur Generalversammlung im Juni 2013 konnte man eine stolze Zahl von 110 Wärmeversorgungsverträgen vorweisen. Die Umsetzung des gesamten Projekts sicherte dem Dorf das Prädikat „Bioenergiedorf Hägelberg“. Grund für diesen Erfolg ist das ehrenamtliche Engagement vieler Hägelberger Bürger.

Der Weg zur Bioenergiegemeinde

Von der Grundidee bis zum Anlagenbau beruht der Weg zur Bioenergiegemeinde auf diversen, elementaren Eckpunkten:

• Evaluierung der Dorfeignung
• Berechnung der Kosten (Investitions- Finanzierungs- und Heizkosten- Plan)
• Sicherstellung und Lieferbereitschaft der erforderlichen Biomassen
• Erstellung und Umsetzung eines Konzepts für die Technologie zur Energieerzeugung einschließlich Anlagenbau
• Unternehmungsgründung einer Betreiberfirma
• Etablierung der Sparte Vertragswesen für Wärmekunden und den Lieferanten
• Übergabe von Nahwärmenetz und Anlagen an die Betreiberfirma (Genossenschaft)

Im Jahr 2013 konnte das Konzept des Nahwärmenetzes vom Projektteam an die Genossenschaft übergeben werden.

Das Nahwärmekonzept aus Hägelberg findet in der Region und im Land große Anerkennung. Die Verantwortlichen der EABH, die sich ihr Wissen über das Thema Nahwärme hauptsächlich selbst durch Lektüre und in der Praxis beigebracht haben, können durch die Weitergabe ihrer Erfahrungen die Realisierung von ähnlichen Projekten fachgerecht unterstützen und beschleunigen.

So sind die EABH-Fachleute bei den verschiedensten Vorträgen als Referenten gefragt, geben Radio-Interviews und führen interessiertes Fachpublikum durch die Heizzentrale. Zur Universität Basel hat man eine Beziehung aufgebaut. Die Begleitung von zukünftigen Ökonomen ist vereinbart, ebenso eine Zusammenarbeit bei Bachelor- und Masterarbeiten. Im Dezember 2013 konnten unsere Verantwortlichen bei der Veranstaltung „ECHT GUT – Ehrenamt in Baden-Württemberg“ in Stuttgart einen Ehrenpreis des Landes entgegennehmen.

Aber auch international hat das Projekt Beachtung gefunden: Das Finnische Forschungsinstitut „SECRE“ (Social Enterprises in Community Renewable Energy), entwickelt im Namen der Europäischen Union eine Datenbank von erfolgreichen Projekten, die wesentlich zur Energiewende beigetragen haben. Zu diesem Zweck besucht das Institut erfolgreiche Beispiele in Deutschland, und so machte eine finnische Delegation auch in Hägelberg Station. Führungen in Hägelberg für eine süd-koreanische Delegation, die Staatsministerin des Umweltministeriums, Schulen und andere interessierten Gremien gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft.

Die nächsten Schritte

Die Europäische Union initiiert ein Projekt zur Energiewende mit dem Ziel, ein länderübergreifendes Standard-Konzept zu erarbeiten. Das Projekt trägt den Namen „Common Power“, wobei das Hägelberger Konzept „Der Weg zur Bioenergie-gemeinde“ als Standard eingesetzt werden soll. Weitere Präsentationen und Workshops bei Fachkongressen und in den interessierten Ländern, Kommunen und Gemeinden sind bereits geplant.

Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ist die EABH stets in Kontakt mit verschiedenen Universitäten, um sich über zukünftige Technologien zu informieren und diese zu nutzen.
Der Aufbau eines Glasfasernetzes läuft parallel mit der Verlegung der Nahwärmeleitungen. Damit soll in den nächsten Jahren ein leistungsfähiges Kommunikationssystem in Betrieb gehen.


Weitere Informationen finden Sie auf www.eabh.de.

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